Dr. med. Anastasios Archimandritis Facharzt für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten
Dr. med. Anastasios Archimandritis Facharzt für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten

Schnarchen

Unter Schnarchen versteht man eine Geräuschentwicklung in den oberen Atemwegen beim schlafenden Menschen.

Neben den störenden sozialen Aspekten, stellt Schnarchen in Verbindung mit längeren Atemstillständen, ein sehr oft schweres, wenn nicht lebensbedrohliches Krankheitsbild dar, das unbedingt abgeklärt und  therapiert werden sollte. Ca 50% aller Menschen über 65 sind ständige Schnarcher, 2/3 davon Männer. Auch ca. jedes 10. Kind schnarcht regelmäßig, Ursache dafür sind meistens vergrößerte Adenoide und Tonsillen.

Wo entsteht Schnarchen?

Die  oberen Atemwege kann man in den Bereich der Nase, den Nasenrachen, den Mundrachen und den Kehlkopfbereich einteilen. In jedem dieser Bereiche können nun Anatomische sowie funktionelle Faktoren für das Entstehen des Schnarchgeräusches verantwortlich sein.

Primäres Schnarchen, UARS, Hypopnoe Syndrom

Beim primären Schnarchen (Ronchopathie) kommt es zu einer Schwingung von erschlaffter Schleimhaut im Bereich des weiche Gaumens, des Gaumenzäpfchens und des Zungengrundes, manchmal auch im Kehlkopfbereich. Dabei kommt eine Sauerstoffentsättigung des Blutes noch nicht vor, es überwiegt jedoch der sozial störende Aspekt.

Der Übergang über ein Upper airway resistance Syndrom (UARS) ohne Sauerstoffentsättigung jedoch mit Atemwegswiderstand, in ein Hypopnoe Syndrom mit deutlicher Flussverminderung und O2 Entsättigung erfolgt fließend.

Ursachen

  • Nasenscheidewandverkrümmung (Dev. Septi)
  • Chronische Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis)
  • Allergien
  • Medikamente (Schlafmittel, Psychopharmaka)
  • Alkohol
  • Enger Mundrachen (Oropharynx)
  • Langes Gaumenzäpfchen
  • Fetteinlagerung im Schlundgewebe
  • Breiter, hoher Zungengrund
  • Kiefer und Zahnfehlstellung
  • Adipositas (Übergewicht)

Obstruktives Schlafapnoesyndrom (OSAS)

Kommt es im Schlaf zu Atemaussetzern über 10 sec. mindestens 5x in der Stunde, so spricht man vom Schlafapnoesyndrom. Meistens bestehen Mischformen mit Hypopnoen. Ab einem Apnoe/Hypopnoe Index von 10 spricht man vom OSAS.

Ursache dafür ist eine vollständige Verlegung der Atemwege mit folgender O2 Entsättigung. Dadurch kommt es sekundär zu einer Erhöhung der Herzfrequenz sowie des Blutdruckes  mit einer folgenden Weckreaktion (Arousal). 

Diese Weckreaktionen verhindern eine erholsamen Schlaf und sind für die nachfolgende Tagesmüdigkeit und erhöhte Einschlafneigung tagsüber verantwortlich.

Symptome des OSAS:

  • Unregelmäßiges Schnarchen
  • Tagesmüdigkeit, Einschlafneigung
  • Mundtrockenheit
  • Sexualstörungen/ Libidoverlust
  • Luftnot
  • Leistungsminderung

Folgerkrankungen des OSAS

Besteht ein unbehandeltes OSAS nun über mehrere Jahre so kann sich das Risiko für schwere Folgeerkrankungen deutlich erhöhen. Diese wären

  • KHK mit Infarkt und Sekundenherztod
  • Lungenhochdruck
  • Bluthochdruck
  • Adipositas
  • Schlaganfall
  • Polyglobulie

Diagnostik des OSAS

Die Abkärung eines OSAS ist umfangreich. Am Anfang steht die genaue HNO ärztliche Untersuchung mit Beurteilung von Nase, Nasenrachen, Mund, Gaumen, Zunge, Kieferstellung, Kehlkopf, Halsweichteile.

Es folgt dann ein sog. Schlafapnoescreening (Polygraphie), eine Schlafendoskopie, sowie bei Bedarf auch eine Polysomnographie in einem Schlaflabor. Nach Vorliegen sämtlicher Befunde erfolgt die Entscheidung über die Sinnhaftigkeit von operativen Verfahren.

Sollte es wegen eines deutlich erhöhten AHI oder mangelnder Erfolgsaussichten eine Operation nicht in Frage kommen so besteht die Möglichkeit der Anpassung einer CPAP Maske zur kontinuierlichen Überdruckbeatmung während des Schlafes.


Therapie der Ronchopathie/OSAS

Den größten Erfolg bringen operative Verfahren beim einfachen Schnarchen, bei Teilobstruktionen der oberen Luftwege sowie beim geringgradigen OSAS.

Je nach Obstruktionsort kann man die operativen Verfahren wie folgt einteilen:

  • Operationen zur Verbesserung der Nasenatmung:
    Septumplastik ev. auch Septorhinoplastik, Chirurgie der unteren Nasenmuscheln, Endoskopische Nasennebenhöhlenchirurgie (Siebbeinsanierung),
  • Operationen im Mundrachen:
    Straffung des Gaumensegels mit oder ohne Entfernung der Mandeln (UVPP bzw. UPPP),
  • Operationen im Zungen/Kehlkopfbereich:
    Radiofrequenztherapie des Zungengrundes,Zungen Suspension mit dem Repose System, Hyo-Thyreoido-Pexie, Zungenbein –(Hyoid) Suspension. Epigottpexie bei überhängendem Kehldeckel,
  • Bei Kindern Adenektomie und Tonsillektomie

Wenn oben  genannte Operationsmethoden nicht in Frage kommen oder nicht erfolgreich waren , dann besteht die Möglichkeit eines Kieferchirurgischen bimaxillären Advancement.

Diese Operation ist bei zu kurzem Ober oder Unterkiefer indiziert. Ober oder Unterkiefer werden nach Frakturierung nach vorne geschoben und verschraubt und verplattet.