Dr. med. Anastasios Archimandritis Facharzt für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten
Dr. med. Anastasios Archimandritis Facharzt für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten

HNO-Tumore

Bösartige Tumoren im HNO Bereich zählen insgesamt  zu den selteneren Erkrankungen mit ca 1000 Neuerkrankungen im Jahr Österreichweit. In der Steiermark liegt die Zahl der Neuerkrankungen bei ca 200 im Jahr.
Die Hauptursache in der Entstehung dieser Tumoren liegt in Alkohol und Nikotinmißbrauch! Waren diese speziellen Erkrankungen vor Jahrzehnten noch älteren Menschen vorbehalten, so treten sie heute immer öfters ab dem 40. Lebensjahr auf, in zunehmender Anzahl bei Frauen.

Häufigkeit der HNO Tumoren

  • Larynx (Kehlkopf)  25%-30%
  • Zunge 13%
  • übrige Mundhöhle 11%
  • Oropharynx (Rachen)  10%
  • Mundboden 7%
  • Hypopharynx (unterer Schlund) 6%
  • Große Speicheldrüsen 5%
  • Nasenrachen 3%
  • alle anderen Regionen ca 5%

Ein großes Problem besteht darin, dass HNO Tumoren häufig erst im fortgeschrittenen Stadium Beschwerden verursachen und Patienten deshalb erst spät den Facharzt aufsuchen. Kommt es im fortgeschrittenen Stadium zu Lymphknotenmetastasen so besteht eine Heilungschance bei ca 50%; bei entsprechender Früherkennung an die 90%!!!!

Symptome die auf eine bösartige Erkrankung im HNO Bereich Hinweisen können:

Symptome im Mundbereich/ Schlundbereich:

  • länger bestehende Zungenschwellung, Eingeschränkte Zungenbeweglichkeit
  • „Geschwürartige“ Schleimhautveränderungen
  • Schluckschmerzen mit Ausstrahlung bis in die Ohren
  • Hämoptysen (Blut im Speichel)
  • Asymetrische Vergrößerung der Mandeln beim Erwachsenen
  • Globusgefühl
  • Atemwegsbehinderung (insp. Stridor)
  • Lymphknoten Schwellung am Hals

Symptome im Kehlkopfbereich:

  • Dysphonie (Heiserkeit) länger als 3 Wochen
  • Schluckbeschwerden
  • Häufige Aspirationen (Verschlucken) und Dauerhusten
  • Lymphknotenschwellung am Hals
  • Dyspnoe (Luftnot)

Symptome im Bereich Nase/Nasennebenhöhlen/Nasenrachen:

  • Nasenatmungsbehinderung oft mit Einseitige eitriger oder blutiger Rhinorhoe (Nasenfluss)
  • Gesichtsschmerz
  • Wangenschwellung
  • Exophtalmus, Doppelbilder,Visusverlust
  • sichtbare Deformitäten
  • Ulcerationen (Geschwüre) der Haut an Nasenflügel oder Nasenrücken

Symptome der Speicheldrüsen:

  • Schwellung und Schmerzen im Kieferwinkel, Unterkiefer, Ohr, Mundboden
  • Parästhesien oder Paresen (Lähmungen) von Nerven
  • Einseitige Facialisparese (Gesichtsnervenlähmung)
  • Schwellung und Schmerzen in der Wange
  • Schwellung des Gaumens

Diagnose:

Ein erstes sehr aussagekräftiges bildgebendes Verfahren stellt, vor allem bei Weichteiltumoren des Halses  die Ultraschalluntersuchung dar. Anschließend sind immer ein oder mehrerer Probenentnahmen (PE) aus dem Tumor, weiters Computertomographien (CT) und/oder Magnetresonanzuntersuchungen (MRT) nötig um die  Dignität sowie Größenausdehnung  und mögliche Metastasierung zu beurteilen. Untersuchungen wie z.B. eine Positronen-Emissions-Tomographie (PET) sind speziellen Fragestellungen vorbehalten.

Therapiemöglichkeiten von HNO Tumoren:

Da die individuelle Therapie von der Tumorart, Begleiterkrankungen sowie dem Gesundheitszustand des Patienten abhängt, kann hier nicht auf Details eingegangen werden.
Je nach Lage, Ausdehnung und Histologie steht die operative Sanierung im Vordergrund. Häufig ist danach eine Strahlentherapie manchmal auch eine Kombinierte Strahlen/Chemotherapie notwendig.

Neueste Therapieansätze mit Kombination einer Strahlen-ChemoTherapie und  Gabe eines monoklonalen Antikörpers versprechen gerade bei inoperablen HNO Tumoren große Erfolge.
Einer neuen Studie zufolge besteht damit beim fortgeschrittenen Plattenepithelkarzinom eine Erfolgswahrscheinlichkeit von 80%.