Dr. med. Anastasios Archimandritis Facharzt für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten
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Allergie

Was versteht man unter Allergie?
Unter einer Allergie versteht man eine Überempfindlichkeitsreaktion des menschlichen Körpers, auf normal harmlose Substanzen, wie z. B. Pollen, Milben, Tierhaare, Schimmelpilze, Insektengift und Nahrungsmittel, sog. Allergene.

Wie und wann äußert sich eine Allergie?
Die Beschwerden reichen von harmlosen Entzündungen der Bindehäute des Auges, Schnupfen, Husten, Hautreizungen, Magen-Darm Beschwerden bis hin zu lebensgefährlicher Atemnot mit Herz- Kreislauf Versagen bei ausgeprägter anaphylaktischer Reaktion.

Allergiekalender zum Anklicken

Je nach dem zeitlichen Auftreten der allergischen Beschwerden, unterscheidet man sogenannte (saisonale Allergien, von nicht saisonalen oder auch perinealen Allergien.) Zur ersten Gruppe zählen die typischen Pollenallergiker, wobei die jeweilige Flugsituation im Allergenkalender abzulesen ist. Zur zweiten Gruppe gehören Allergien gegen Tierhaare, Schimmelpilze, Milben.

10% aller Allergien können im Laufe des Lebens ohne ärztliche Therapien wieder verschwinden, wie zum Beispiel eine Kuhmilchallergie. Allerdings kommt es bei 90 % der Allergiker, sofern keine adäquate Therapie erfolgt, zur Ausbildung multipler Allergien (polyvalenter Allergien).

Gefürchtet wird der "Etagenwechsel" z. B. einer Pollenallergie, welche sich vom leichten Schnupfen bis hin zum Asthma bronchiale entwickeln kann.

Die neueste Studienlage belegt auch die Bedeutung von Vererbungsfaktoren:
Die Wahrscheinlichkeit an einer Allergie zu erkranken, beträgt:
bis 15 %, wenn kein Elternteil betroffen ist;
bis 40 %, bei einem betroffenem Elternteil;
bis 60 %, wenn beide Eltern betroffen sind;
bis 70 %, wenn beide Eltern und ein naher Verwandter betroffen sind;
daraus ergibt sich die notwendige, möglichst frühe Diagnose und Behandlung bei Allergieverdacht.

Wie wird eine Allergie diagnostiziert ?
Am Anfang steht das gezielte Anamnesegespräch nach allergiespezifischen Symptomen, dabei kann der Arzt eine vorläufige Verdachtsdiagnose auf das Vorliegen einer Allergie stellen.
Anschließend erfolgt ein Hauttest (Prick-Test), sowie eine Blutuntersuchung (RAST mit Einzelallergennachweis sowie Identifikation von rekombinanten Allergenen).

Wie kann eine Allergie behandelt werden?
Die Behandlung von Allergien stützt sich auf drei Säulen, welche aufeinander abgestimmt, im Einzelfall jedoch zugleich stattfinden.
 
Allergenkarenz
Symptomatische Therapie
Spezifische Immuntherapie


Unter einer Allergenkarenz, versteht man das Meiden des auslösenden Allergens. Diese ist am effektivsten, jedoch bei z. B. der Gräserpollensaison für die meisten Patienten nicht durchführbar (ein Wohnortwechsel ist oft nicht zumutbar). Einfacher ist das Einhalten einer Allergenkarenz bei der Hausstaubmilbenallergie, da die Haustaubmilben bevorzugt im Schlafbereich und in erster Linie in den Betten vorkommen, empfiehlt es sich, eine gezielte Schlafplatzsanierung durchzuführen.

Unter einer symptomatischen Therapie, versteht man die medikamentöse Behandlung der allergischen Symptome (Antihistaminika, Corticosteroide). Durch diese  Therapeutika, können die Symptome einer Allergie meist erfolgreich therapiert werden, die Überempfindlichkeit des Immunsystems wird dadurch aber nicht beeinflusst, das heißt, nach Absetzten der Medikamente, treten die Symptome mit großer Wahrscheinlichkeit wieder auf.

Die spezifische Immuntherapie, wird auch als Hyposensibilisierung (Allergieimpfung) bezeichnet. Sie gliedert sich in eine SCIT (subkutane Immuntherapie), und eine SLIT (sublinguale Immuntherapie). Bei ersterer werden kleine Mengen einer Allergenlösung unter die Haut gespritzt. Bei der zweiten Therapieform, werden kleine Mengen von Allergenlösungen unter die Zunge eingeträufelt. Diese Therapie eignet sich vor allem bei Patienten mit Spritzenangst, sowie bei kleinen Kindern.

Da sich die spezifische Immuntherapie über einen längeren Zeitraum erstreckt (3-5 Jahre), ist eine konsequente Zusammenarbeit zwischen Patient und Arzt für einen Therapieerfolg unerlässlich.

Die spezifische Immuntherapie ist die einzige von der WHO anerkannte Therapieform zur Vermeidung eines „Etagenwechsels“ der allergischen Entzündung und somit auch einer möglichen Entwicklung zum Asthma bronchiale.