Dr. med. Anastasios Archimandritis Facharzt für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten
Dr. med. Anastasios Archimandritis Facharzt für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten

Heiserkeit

Eine Heiserkeit (Dysphonie) tritt am häufigsten im Rahmen von viralen und bakteriellen Infektionen der oberen Luftwege auf.


Eine Heiserkeit (Dysphonie) tritt am häufigsten im Rahmen von viralen und bakteriellen Infektionen der oberen Luftwege auf.

Man unterscheidet eine akute Dysphonie, von der über Wochen bis Monate anhaltenden  chronischen Dysphonie.

Die akute Form ist oft das Leitsymptom einer akuten Kehlkopfentzündung welche meist primär  viral verursacht wird, diese begünstigt dann sehr oft eine bakterielle Besiedelung (Streptokokken, Staphylokokken, Hämophilus influenzae).

Therapeutisch sinnvoll sind zuerst physikalische Maßnahmen (Sole Inhalationen, Rauchverbot) dann , bei Verschlechterung der Beschwerden, eine geeignete medikamentöse Therapie.

Das Einhalten einer Stimmschonung bis zur Normalisierung der Stimme ist wichtig um eine Überlastung des Stimmbandmuskels (M. vocalis) zu verhindern.  Eine solche Überlastung kann zu Stimmbandveränderungen führen, welche dann eine Hypofunktionellen Dysphonie verursachen. Diese Form der Heiserkeit kann nur sehr mühsam mit einer logopädischen Therapie  wieder rückgängig gemacht werden, manchmal auch bestehen bleiben!

Bei stärkeren Schluckschmerzen sowie bei Stimmlosigkeit (Aphonie) ist eine möglichst rasche HNO-Fachärztliche Abklärung  sinnvoll.

Die chronische Form entsteht häufig durch Zigarettenrauch,  falschen Stimmgebrauch und einer unbehandelten Refluxerkrankung, manchmal auch als Symptom einer Tumorerkrankung!

Hier steht in erster Linie die Fachärztliche Abklärung im Vordergrund, dann je nach Ursache eine gezielte Konservative, manchmal auch operative Therapie.

Mögliche Ursachen der akuten und chronischen Dysphonie

  • Akute und chronische Kehlkopfentzündung  im Rahmen von viralen und bakteriellen Infekten der oberen Atemwege.
  • Chronische Kehlkopfentzündung (z.B. Zigarettenrauch)
  • Gastroösophagealer Reflux/Laryngitis gastrica durch den schädigenden Einfluss von Magensäure mit und ohne Sodbrennen sowie typischem Räusperzwang
  • funktionelle Dysphonieformen z.B. durch zu Stimmüberlastung, falsche Atemtechnik .
  • Reinke-Ödeme (in den Stimmbändern) durch Zigarettenrauch und Stimmüberlastung.
  • Stimmbandpolypen und -zysten,
  • Pilzbefall (Soor) z.B. durch Immunschwächung oder nach Antibiotika-Gabe
  • Stimmband-Leukoplakien („weißliche Verhärtung“) durch chronische Schädigung in der sich ein Schleimhautumbau, eine Dysplasie (Tumorvorstufe) oder auch ein Karzinom  verbergen kann
  • Mukositis/radiogene Laryngitis als Folge von Bestrahlung oder Chemotherapie
  • Recurrensparese (Stimmbandlähmung) z.B. nach Schilddrüsenoperation, nach grippalem Infekt oder als ernstzunehmendes Warnsymptom einer schwerwiegenden Erkrankung
  • Schrei- oder Sängerknötchen durch falschen Stimmgebrauch oder stimmliche Überlastung
  • subglottische Laryngitis: meistens virale Infektion insbesondere bei kleinen Kindern bei der sich eine ausgeprägte Schleimhautschwellung unter der Stimmbandebene zeigt und welche rasch fortschreitend sein kann, zusätzliche Symptome: bellender Husten und ggf. inspiratorischer Stridor (pfeiffendes Geräusch bei Einatmung), welcher ein absolutes Warnsymptom darstellt und sofort HNO-ärztlich oder kinderärztlich abgeklärt werden muss
  • akute Schwellungen bei Allergien und Medikamentenunverträglichkeiten